DIY Industrial Design: ein gemütliches Männerzimmer gestalten

27. Juli 2019 – es sind Sommerferien und wir wohnen nun seit genau einem Jahr in unserem Haus.

Aufgrund der Zeit infolge des einen und zur Feier des anderen haben wir unsere letzte große Baustelle im Haus in Angriff genommen: den Keller.

Als ehemalige Ferienwohnung ziemlich abgelebt und längst nicht mehr zeitgemäß waren diese beiden kleinen Zimmer ein von uns nie genutzter Bereich des Hauses und brauchten wirklich dringend etwas Liebe. Seit Winter 2018 habe ich Ideen gesammelt und geplant. Geplant, geplant und geplant. Und dann war die Bausaison für uns wieder eröffnet. Drei Wochen haben mein Mann und ich zwischen Urlaub, Arbeit und krank viele viele Mannstunden investiert und mit relativ schmalem Budget und dem ein oder anderen Ikea-Hack ein kleines Wunder vollbracht. Wie wir dabei vorgegangen sind, erklär ich euch in diesem Artikel gern etwas genauer.

Industrial Design, Männerzimmer
Alexanderplatz – neue Lieblingsecke für meinen Mann

Industrial Design selbst gemacht

Zunächst einmal haben wir Platz geschaffen. Nicht nur durch die Beseitigung aller alten Möbel, sondern vor allem durch den Abriss (von drei Vierteln) der Wand zwischen den beiden Räumen – ein Stück davon haben wir stehen lassen. Was für ein Dreck! Aber es hat sich absolut gelohnt.

Außerdem haben wir die alte Deckenverkleidung abgerissen und die Spannbeton-Decke freigelegt. So wurde aus zwei kleinen, dunklen Zimmern ein großzügiger, heller Raum mit viel Potential. Die Tür des ehemals kleineren Raum haben wir mit Gipskarton geschlossen und die Nische zum Bücherregal umfunktioniert.

Industrial Design
vorher-nachher der jetzigen TV-Ecke

Da sich die Böden der beiden ehemaligen Zimmer nicht auf gleichem Niveau trafen, mussten wir deren Höhe angleichen. Also die alten Beläge entfernen und anschließend mit Estrich und Feinspachtel den Untergrund für den neuen Boden schaffen. Wir haben uns für ein geöltes, massives Eichenparkett mit 18cm breiten Brettern entschieden.

Shabby Chic dank Rohbau

Die wunderbar poröse Oberfläche der Spannbetondecke haben wir uns als Gestaltungselement zunutze gemacht. Dafür wurden lediglich die Fugen verspachtelt, grob verpinselt und die Decke anschließend geweißt. Auch die damals noch nicht in der Wand verbauten Heizrohre haben wir nicht etwa mit Gipskarton verkleidet. Nein, einfach nur gestrichen und sichtbar gelassen. Sie fallen kaum noch auf und sind dank Anbringung mit Deckenhaken und Ketten sogar ein weiteres Design-Element.

Altholz
raue Decke, Heizungsrohre mit Ketten und Wandverkleidung aus Altholz

Auch die Wände haben wir von der Tapete befreit, um den schönen handgemachten Reibeputz freizulegen und einfach nur zu streichen.

Einen Teil der langen Wand haben wir mit Altholz vom Abriss einer Scheune aus dem 19. Jahrhundert verkleidet. Das Holz war extrem trocken und rissig. Wir haben es vorsichtig mit der Drahtbürste vom Dreck befreit, auf Länge geschnitten und mit unauffälligen schwarzen Schrauben auf der Lattung angebracht.

Warme Farben sorgen für Gemütlichkeit

Da Industrial Look mit seinen rohen, derben Elementen und dem vielen Schwarz schnell kühl wirken kann, habe ich für die Gestaltung ausschließlich warme Farben gewählt. Ein schönes Vintage Mint für die Hauptwand, warmes Dunkelrot für den Teppich sowie kleine Deko-Elemente und natürlich das herrliche Honigbraun der Eiche – für Parkett und Möbel.

Die Hemnes-Vitrine und -Kommode habe ich gebraucht ergattert und aufgearbeitet: Schieberfronten, Deckel und Einlegeböden von der schwarzbraunen Farbe befreit und mittels brauner Vierfach-Lasur die Holzmaserung zum Vorschein gebracht. Die Schieberfronten versah ich mit Längsrillen und die Griffe ersetzte ich durch ein paar ausdrucksstärkere aus Messing.

vorher-nachher Fensterseite

Zartgrüne Leinen-Gardinen bringen Wohnlichkeit und die richtigen Lampen runden den Industrial Look ab. Auf diesem Bild fehlen noch die Pflanzen. Ich habe mir später eine größere Palme und Farne besorgt – sie passen wunderbar zum maskulinen Charme. Auch einen kleinen Flaschengarten habe ich noch entdeckt. Er steht jetzt links von der alten Anlage. Apropos Anlage… Wir haben hier ein wunderbares Erbstück von meinem Opa: eine Rema Arietta aus den 70er Jahren.

vorher-nachher Essecke

Das kleine Metallregal ist auch ein DIY-Projekt. Es war ursprünglich ein ganz einfaches, verzinktes Regal vom Möbelschweden. Ich habe es grundiert, schwarz matt lackiert und die Böden mit massiven Brettern in der Farbe der Kommode belegt.

vorher-nachher Pflanzenecke

Unser persönliches Highlight nach dem Umbau war die maßangefertigte Tür, die wir beim Tischler in Auftrag gegeben haben. Natürlich konnte wir keine 0815-Tür mehr einbauen, die das Gesamtbild stört. 😉 Also haben wir in Polen ein altes Stallfenster gekauft, es neu verglasen und die massive Kassettentür darum bauen lassen. Der Tischler hielt uns für verrückt und wollte das alte Fenster gern sandstrahlen und pulverbeschichten lassen. Ich ließ mich aber von meiner Vision nicht abbringen und so blieb der Rost dran. Zum Glück!

DIY Industrial Design
maßangefertigte Tür

Der Vintage-Beschlag und unsere Lasur machen es perfekt. Was meint ihr?

Nun aber genug der Worte. Bilder sagen bekanntlich mehr und ihr wollt den Raum sicher in Ruhe auf euch wirken lassen. Solltet ihr zu irgendeinem Arbeitsschritt oder Möbelstück Fragen haben, stellt sie gern in den Kommentaren. Ansonsten freue ich mich auf euer Feedback!

Habt Spaß beim Ansehen und macht’s gut!

Eure Elisa

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